VON MARTIN ROHRHOFER
KIRCHBERG-THENING. Dass es in einem "Nah & Frisch"-Markt
ganz ohne Heizung nicht zwangsläufig frisch sein muss, will die Firma
Pfeiffer mit einem europaweiten Prototyp beweisen. Heute ist für das
einmalige Energiespar-Projekt in Kirchberg-Thening Spatenstich.
Der Supermarkt, der jetzt in der 2000-Einwohner-Gemeinde Thening bei
Pasching (Bezirk Linz-Land) entsteht, ist anders als Tausende europäische
Großmärkte. Trotz seiner üblichen Ausmaße - 600 Quadratmeter Nutzfläche,
450 Quadratmeter Verkaufsfläche - wird der einem futuristischen
Flugzeug-Hangar ähnelnde Bau komplett ohne Heizung und fossiler Energie,
also ohne Öl, Gas und auch ohne Atomstrom auskommen! Trotzdem soll es
darin wohlig warm sein, wird versprochen.
Große Unterstützung an Energie erhält der Markt dank Wärmerückgewinnung aus den Kühlanlagen.
Rund 85 Prozent der Abluft wird über
ein ausgeklügeltes Lüftungskonzept zur Erwärmung der Raumluft
verwendet. Dass dies möglich ist und keine erwärmte Luft nach außen
dringt, ist eine hochgedämmte Holzkonstruktion aus ökologischen
Baumaterialien und eine gute Fundamentdämmung notwendig. Neben der
innovativen Gebäudehülle, die von keiner einzigen Säule gestützt wird,
sorgt eine Wärmeschleuse im Eingangsbereich, dass keine warme Luft
verloren geht.
Besonders stolz ist der Geschäftsführer des Marktbetreibers Pfeiffer
Großhandels GmbH., Alois Gradauer, auf die netzgekoppelte
Photovoltaik-Anlage auf Dach- und Frontseite mit einer Größe von 50
Kilowatt. Mit der Anlage lassen sich pro Jahr rund 40.000 Kilowattstunden
umweltfreundlicher Strom allein durch Sonnenenergie erzeugen.
Als Planer von Europas erstem Gewerbebau im Passivhaus-Standard
fungieren das Architekten-Duo Poppe/Prehal. Einziges Minus des neuartigen
Energiespar-Markts ist sein Preis: Der Theninger "Nah &
Frisch"-Markt wird sich in 7 Jahren mit den derzeitigen Kosten
rentabel machen. Am 15. März 2003 ist Spatenstich für
den Muster-Bau.
Futuristisch wie sein Aussehen ist auch das Energiekonzept des
Passivhaus-Supermarkt-Prototyps.
Poppe*Prehal Architekten
verantwortlich für die Architektur und die Projektierung des Gewerkes
H2Sun finanzieren und
Begeistern mit Photovoltaik
Einreichung der Förderunterlagen für das gesamte Projekt, Marketing für die Energietechnik